Lumigurumi

Sonntag, 12. Oktober 2014

Das kleine, freundliche Volk

Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, da lebte eine kleine, rundliche Königin in ihrem schönen Schloss und herrschte glücklich und mit liebenswerter – aber bestimmender Art – über ihr ebenso kleines Volk. Klein war das Volk nicht nur wegen der Einwohneranzahl, nein, es waren auch sehr kleine Geschöpfe. Diese kleinen Geschöpfe waren so bunt und quierlig, dass sie jedermann ein Lächeln entlockt hätten, wären sie nur in der restlichen Welt bekannt gewesen. Aber sie lebten für sich und unerkannt. Liebenswert waren sie und überaus freundlich. Ihre Frisuren waren so unterschiedlich wie die Blumen Farben besitzen und jedes der kleinen Geschöpfe durfte immer anziehen, was es wollte, denn ein Modediktat gab es hier nicht. Ebenso wenig wie Hässlichkeit oder Diskriminierung wegen der äußeren Entscheidung. Hass und Gewalt? So etwas war diesen kleinen Wesen fremd. Sie lebten in ihrer eigenen Welt und die war in Ordnung: Zu Essen hatte das Volk immer genug und die Angestellten, zwei Riesen, taten alles, um dem kleinen Volk jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Wie so kleine Wesen zu Riesen als Angestellten kommen? Nun, man munkelt, die Riesen seien ihnen aus irgendeinem Grund verfallen. Vielleicht ist hier ein Zauber im Spiel... Das weiß aber niemand so genau, es wäre auch eine andere Geschichte.

So lebte nun dieses kleine Volk fröhlich vor sich hin. Sie vertrieben sich die Zeit indem sie mit ihrem kleinen gelben Ball spielten. Es gab hier wahre Turniere und jeder, der die Wesen kannte, traute ihnen beim besten Willen so viel Enthusiasmus und Ehrgeiz gar nicht zu. Manch einer von ihnen hatte auch ein gutes Händchen für Innendekorationen, so wurde die Gestaltung des Schlosses nie langweilig. 

Eines Tages nun, sie hatten wohl ein bisschen zu wild gespielt, ging der Ball im Eifer des Gefechtes verloren. Sie suchten und suchten, die Riesen halfen kräftig mit, aber der geliebte gelbe Ball blieb verschollen. Als sich der kleine Hunger meldetete, vertagten sie einstimmig die Suche auf den anderen Tag. Alle waren schon wieder im Schloss, als sich fernab des Zuhauses Folgendes zutrug:

Eine Bäuerin saß auf einem Stein am Fluss. Sie brauchte etwas Ruhe vom Alltag und verdrückte sich manchmal hierher, um dem Rauschen der Wälder und dem Plätschern des Flusses zuzuhören. Zudem ließ sich hier wunderbar Handarbeiten, das war ihr liebstes Hobby. Es war ein Platz sehr tief im Wald, denn die gute Frau wollte ja nicht gleich von ihrem Mann gefunden werden. Diesen Tag nun wollte ihr so recht nichts einfallen, was sie handarbeiten könnte. So saß sie still da und hörte der Natur zu. Wie sie nun da so herumsaß, bemerkte sie etwas strahlend Weißes zu ihrem Füßen durch das Gras huschen. Sie blieb ganz ruhig und hielt die Luft an. Denn so etwas Schönes hatte sie noch nie gesehen. Es leuchtete förmlich im Zwielicht des Waldes. Nachdem sie nun drohte blau anzulaufen und sie wirklich endlich Luft holen musste, blickte das strahlend weiße Etwas sie mit leuchtend roten Augen an. Es hielt den Kopf etwas schief und schaute neugierig, aber skeptisch zu ihr auf, allerdings nur kurz, dann verschwand das kleine Wesen mit wehenden langen Haaren im Dunkeln. Die Frau war noch ganz gebannt und versuchte, das Bild in Ihrem Kopf mit den Händen zu formen. Sie nahm ihre weißeste Wolle und fing an zu häkeln. 

Das kleine weiße Wesen, ihr ahnt es schon, gehörte zu dem kleinen Wolk um die pummelige Königin und hörte auf den Namen Stella. Weil sie wunderschön wie ein Stern war, so sagte man. Sie hatte sich zu weit vom Schloss fort gewagt, da sie denn Ball suchte. Sie hatte ihn auch schließlich gefunden – am Fuß dieser Riesin, die sie nicht kannte, aber eben am Fluss entdeckt hatte. So schnell sie ihre kurzen Beine trugen lief sie zurück ins Schloss. Da sie sich nicht traute, den Ball dort alleine abzuholen, aninimierte sie einige ihres Volkes, nachdem sie angekommen war und alles erklärt hatte. Die Königin ließ es sich natürlich nicht nehmen, sie zu begleiten, denn sie war von Natur aus extrem neugierig.

Die gesamte Manschaft ging also zu der von Stella beschriebenen Stelle. Die Frau war noch dort und traute ihren Augen kaum als sie die bunten, kleinen Wesen auf sich zuhuschen sah. Zusammen kannten die Kleinen keine Scheu und liefen fröhlich plappernd auf die Frau zu. Sie erklärten ihr, dass sie nur den Ball wollten und sie keine Angst haben muss, sie würden ihr nichts tun. Da sie ja nun, wie schon gesagt, sehr klein waren und die Frau von diesem Volk nichts kannte, kamen lustige Piepslaute in ihren Ohren an. Das klang so drollig, dass sie lachen musste und sich freute, über diese niedlichen kleinen Kerlchen. Die Kleinen wiederum kannten Lachen gut, dass machten ihre Riesen auch oft. So kamen sie überein, dass das wohl die Zustimmung der Bäuerin war, den Ball von ihren Füßen wegzurollen.

Wie sah das putzig aus! Die Bäuerin sah den Kleinen noch lange nach, selbst als sie schon im Dickicht des Waldes verschwunden waren. 

Fortan kam die Riesin jeden Tag an die Stelle im Wald am Fluss zurück. Jeden Tag hoffte sie, die kleinen Wesen wiederzusehen. Jeden Tag häkelte sie eines der drolligen Kerlchen aus ihrer Erinnerung bis eine beachtliche Sammlung zustande kam. Diese tröstete sie ein wenig, denn seit der Begegnung damals ist  immer eine kleine leere Stelle in ihrem Herzen geblieben, die sie nur zu gerne wieder mit dem Anblick der kleinen, lustig quiekenden Geschöpfe gefüllt hätte.

Und wenn sie noch nicht gestorben sind, haben sie sich vielleicht wiedergesehen und ein Stück Möhrenkuchen zusammen gegessen.















*Klick* zum kleinen Volk :)

Die Anleitung gibt es übrigens hier und sie ist umsonst, zumindest die der "Babies".
"Newborn guinea pig" by Kati Galusz  *Klick*

Kommentare:

  1. Ach wie niedlich!!! Die sind wirklich sehr schön geworden!!
    Lieben Gruß
    Gabi

    AntwortenLöschen
  2. Och wie lieb! Danke für deinen Kommentar! :)

    Liebe Grüße
    Lu

    AntwortenLöschen